Stakeholder-Mapping
ERP-Projekte scheitern selten an der Technik — meist an Menschen. Wer im Vorfeld die Macht-/Interesse-Konstellation und die Haltungen der wichtigsten Stakeholder versteht, kann gezielt steuern: Manage closely für die Einflussreichen, Keep informed für die Interessierten, Keep satisfied für die Mächtigen-Distanzierten. Auf Basis Dr. Soysals Promotion zu proaktiven BPM-Maßnahmen ergänzt um eine Haltungs-Achse (Unterstützer / Neutral / Skeptiker / Blocker) und konkrete Change-Strategien pro Konstellation.
Stakeholder-Liste
Alphabetisch sortiert. Klick auf eine Karte öffnet die Detail-Bearbeitung mit Haltungs-Bewertung und Change-Strategie.
Methodische Hinweise
Power/Interest-Matrix: Klassisches Tool aus dem Stakeholder-Management nach Mendelow. Die Achsen "Macht/Einfluss" und "Interesse am Projekt" sind unabhängig: ein CEO ohne aktives Interesse hat hohe Macht und niedriges Interesse — und kann das Projekt am wenigsten stören. Ein Werker mit hohem Interesse aber niedriger Macht ist Multiplikator-Kandidat.
Haltungs-Achse (Unterstützer/Neutral/Skeptiker/Blocker): Die zweite Dimension neben Macht/Interesse. Ein einflussreicher Skeptiker (manage closely + Skeptiker) ist das größte Risiko im Projekt. Ein einflussreicher Unterstützer ist Sponsor-Kandidat.
Proaktive Maßnahmen: Aus Dr. Soysals Forschung (2.604 ausgewertete Studien, 1.300+ proaktive Maßnahmen katalogisiert) ist eine zentrale Erkenntnis: Stakeholder-Management ist nicht reaktiv, sondern proaktiv. Wer auf Widerstand wartet, ist zu spät. Wer vorab Verbündete sichert und Skeptiker einbindet, vermeidet Eskalation in der heißen Projekt-Phase.
Konkretes Vorgehen:
- Zu Projektbeginn: Workshop mit Projekt-Kern-Team. Alle relevanten Stakeholder benennen, Macht/Interesse einschätzen, Haltung schätzen. Geht in 90 Minuten.
- Pro Quartal: Mapping aktualisieren. Haltungen ändern sich mit Projekt-Verlauf — Skeptiker werden zu Unterstützern oder umgekehrt.
- Pro Stakeholder im "manage closely": 1:1-Gespräch alle 2–4 Wochen, individuell zugeschnittene Information.
- Bei Eskalation: Mapping als Diagnose-Werkzeug nutzen — wer hat welche Hebel, wer kann was bewegen.
Was das Mapping nicht ersetzt: Es ersetzt nicht die persönlichen Gespräche, die echte Sponsorship-Arbeit oder das aktive Change-Management. Es ist Werkzeug für die strukturierte Planung und Diskussion — nicht für die Umsetzung selbst.
Hinter jeder Position steht ein Mensch.
Ein gutes Mapping zeigt die Struktur — aber die Veränderung passiert in einzelnen Gesprächen. Aus der Forschung kommt der wichtigste Hinweis: Skeptiker sind oft die besseren Verbündeten als Mit-Macher, weil sie wertvolle Sorgen kennen. Wer sie ernst nimmt, gewinnt mehr als wer sie umgeht. Stakeholder-Management ist Beratungs-Disziplin im engsten Sinn — wir begleiten Steuerungs-Workshops und Skeptiker-Dialoge in Implementierungs-Projekten.