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Stakeholder-Mapping Power/Interest · Haltung · Change-Strategie
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Werkzeug 08 · Change-Management

Stakeholder-Mapping

ERP-Projekte scheitern selten an der Technik — meist an Menschen. Wer im Vorfeld die Macht-/Interesse-Konstellation und die Haltungen der wichtigsten Stakeholder versteht, kann gezielt steuern: Manage closely für die Einflussreichen, Keep informed für die Interessierten, Keep satisfied für die Mächtigen-Distanzierten. Auf Basis Dr. Soysals Promotion zu proaktiven BPM-Maßnahmen ergänzt um eine Haltungs-Achse (Unterstützer / Neutral / Skeptiker / Blocker) und konkrete Change-Strategien pro Konstellation.

Power/Interest-Matrix
Klassische 2×2-Matrix nach Mendelow. Die Position wird über Einfluss (Y) und Interesse (X) bestimmt. Farbe = Haltung gegenüber dem Projekt. Klick auf einen Punkt öffnet die Detail-Bearbeitung.
Einfluss / Macht ↑
Hoch · Niedrig
Keep satisfied
Informieren, aber nicht überfordern. Übergeordnete Status-Updates, fokussiert auf strategische Highlights.
Hoch · Hoch
Manage closely
Aktiv einbinden, mit-entscheiden lassen, regelmäßiger 1:1-Kontakt. Die wichtigsten 4–6 Stakeholder.
Niedrig · Niedrig
Monitor
Beobachten, minimaler Kommunikations-Aufwand. Gefährlich: Übergang zu Interest oder Macht beobachten.
Niedrig · Hoch
Keep informed
Regelmäßige Information & Einbindung. Sie sind die Multiplikatoren in den Fachbereichen — Verbündete sichern.
← Niedriges Interesse Hohes Interesse →
Interesse am Projekt
Unterstützer Neutral Skeptiker Blocker

Stakeholder-Liste

Alphabetisch sortiert. Klick auf eine Karte öffnet die Detail-Bearbeitung mit Haltungs-Bewertung und Change-Strategie.

Methodische Hinweise

Power/Interest-Matrix: Klassisches Tool aus dem Stakeholder-Management nach Mendelow. Die Achsen "Macht/Einfluss" und "Interesse am Projekt" sind unabhängig: ein CEO ohne aktives Interesse hat hohe Macht und niedriges Interesse — und kann das Projekt am wenigsten stören. Ein Werker mit hohem Interesse aber niedriger Macht ist Multiplikator-Kandidat.

Haltungs-Achse (Unterstützer/Neutral/Skeptiker/Blocker): Die zweite Dimension neben Macht/Interesse. Ein einflussreicher Skeptiker (manage closely + Skeptiker) ist das größte Risiko im Projekt. Ein einflussreicher Unterstützer ist Sponsor-Kandidat.

Proaktive Maßnahmen: Aus Dr. Soysals Forschung (2.604 ausgewertete Studien, 1.300+ proaktive Maßnahmen katalogisiert) ist eine zentrale Erkenntnis: Stakeholder-Management ist nicht reaktiv, sondern proaktiv. Wer auf Widerstand wartet, ist zu spät. Wer vorab Verbündete sichert und Skeptiker einbindet, vermeidet Eskalation in der heißen Projekt-Phase.

Konkretes Vorgehen:

  • Zu Projektbeginn: Workshop mit Projekt-Kern-Team. Alle relevanten Stakeholder benennen, Macht/Interesse einschätzen, Haltung schätzen. Geht in 90 Minuten.
  • Pro Quartal: Mapping aktualisieren. Haltungen ändern sich mit Projekt-Verlauf — Skeptiker werden zu Unterstützern oder umgekehrt.
  • Pro Stakeholder im "manage closely": 1:1-Gespräch alle 2–4 Wochen, individuell zugeschnittene Information.
  • Bei Eskalation: Mapping als Diagnose-Werkzeug nutzen — wer hat welche Hebel, wer kann was bewegen.

Was das Mapping nicht ersetzt: Es ersetzt nicht die persönlichen Gespräche, die echte Sponsorship-Arbeit oder das aktive Change-Management. Es ist Werkzeug für die strukturierte Planung und Diskussion — nicht für die Umsetzung selbst.

Stakeholder-Mapping ist Anfang, nicht Ende

Hinter jeder Position steht ein Mensch.

Ein gutes Mapping zeigt die Struktur — aber die Veränderung passiert in einzelnen Gesprächen. Aus der Forschung kommt der wichtigste Hinweis: Skeptiker sind oft die besseren Verbündeten als Mit-Macher, weil sie wertvolle Sorgen kennen. Wer sie ernst nimmt, gewinnt mehr als wer sie umgeht. Stakeholder-Management ist Beratungs-Disziplin im engsten Sinn — wir begleiten Steuerungs-Workshops und Skeptiker-Dialoge in Implementierungs-Projekten.