Bestände sind ein zweischneidiges Schwert. Zu viel bindet Kapital und versteckt Probleme. Zu wenig bedeutet Lieferausfall. Die Lösung liegt nicht in einer pauschalen Regel, sondern in der richtigen Klassifizierung.
Warum „alles gleich behandeln" scheitert
Ein C-Teil für wenige Cent braucht eine andere Strategie als ein hochwertiges A-Teil. Wer alle Artikel gleich behandelt, verschwendet Aufmerksamkeit bei den unwichtigen und vernachlässigt die wichtigen.
Die ABC-Analyse: nach Wert
- A-Teile — wenige Artikel, hoher Wertanteil. Engmaschig steuern.
- B-Teile — mittlerer Anteil. Normal steuern.
- C-Teile — viele Artikel, geringer Wert. Einfach und günstig steuern.
Die XYZ-Analyse: nach Vorhersagbarkeit
- X — gleichmäßiger Verbrauch, gut planbar.
- Y — schwankend, z. B. saisonal.
- Z — unregelmäßig, kaum vorhersagbar.
Die Kombination macht den Unterschied
Erst beide Achsen zusammen ergeben die Strategie. Ein AX-Teil (wertvoll, planbar) steuert man bedarfssynchron. Ein CZ-Teil (billig, unberechenbar) hält man einfach auf Vorrat — der Aufwand der genauen Planung lohnt nicht.
In den meisten Lägern stecken 60–80 % des gebundenen Kapitals in wenigen A-Teilen. Genau dort lohnt sich die Reduktion am meisten — oft 5–15 % des Gesamtbestands ohne Lieferrisiko.