Die Datenmigration ist der Projektteil, der am häufigsten unterschätzt und am spätesten ernst genommen wird. Und genau deshalb bringt sie so viele Go-Live-Termine ins Wanken.
Das Grundproblem: Müll rein, Müll raus
Ein neues ERP macht schlechte Daten nicht besser — es macht sie nur sichtbarer. Wer Dubletten, Lücken und uneinheitliche Formate migriert, hat im neuen System dasselbe Chaos, nur teurer.
Die vier Datenqualitäts-Dimensionen
- Vollständigkeit — sind Pflichtfelder durchgängig befüllt?
- Eindeutigkeit — gibt es Dubletten bei Kunden, Artikeln, Lieferanten?
- Aktualität — sind inaktive Datensätze als solche markiert?
- Konsistenz — einheitliche Schreibweisen, Einheiten, Formate?
Wann man anfangen sollte
Nicht kurz vor dem Go-Live, sondern am Anfang des Projekts. Datenbereinigung dauert länger als gedacht und braucht die Fachbereiche, die ohnehin schon ausgelastet sind.
Migrieren Sie nicht alles. Historische Daten, die niemand mehr braucht, gehören ins Archiv — nicht ins neue System. Weniger Daten bedeutet weniger Migrationsrisiko.
Testen, testen, testen
Eine Migration ist erst dann erfolgreich, wenn sie mehrfach geprobt wurde. Der erste Testlauf deckt Probleme auf, die in keiner Planung standen. Planen Sie mindestens zwei bis drei vollständige Testmigrationen ein.