Lange Rüstzeiten sind teurer, als die meisten denken — nicht wegen der Rüstzeit selbst, sondern wegen allem, was sie erzwingt: große Lose, hohe Bestände, träge Produktion.
Der Teufelskreis langer Rüstzeiten
Wenn das Rüsten Stunden dauert, will man es selten tun. Also produziert man große Lose. Große Lose bedeuten hohe Bestände, lange Durchlaufzeiten und wenig Flexibilität. Das Rüsten diktiert die ganze Produktionslogik.
Das SMED-Prinzip
SMED (Single-Minute Exchange of Die) verfolgt ein klares Ziel: Rüstzeiten auf einstellige Minutenwerte bringen. Der Kerngedanke ist die Trennung von internem und externem Rüsten.
- Internes Rüsten — geht nur bei stehender Maschine.
- Externes Rüsten — kann vorbereitet werden, während die Maschine läuft.
Die drei Schritte
- Internes und externes Rüsten trennen — allein das bringt oft schon 30–50 % Reduktion.
- Internes in externes umwandeln — so viel wie möglich vorbereiten.
- Beides systematisch verkürzen — durch Standardisierung und Hilfsmittel.
Filmen Sie einen Rüstvorgang. Sie werden überrascht sein, wie viel Zeit für Suchen, Holen und Warten draufgeht — alles externes Rüsten, das parallel laufen könnte.
Der Effekt
Kürzere Rüstzeiten erlauben kleinere Lose, das senkt Bestände und Durchlaufzeiten. Die Produktion wird flexibler und reagiert schneller auf Kundenwünsche — ohne eine einzige neue Maschine.