Der Go-Live-Termin ist gesetzt, alle Augen richten sich darauf. Aber Termintreue ist nicht dasselbe wie Bereitschaft. Wer zu früh live geht, zahlt mit Chaos.
Die zentrale Frage
Bereitschaft ist keine Frage des Datums, sondern der Fakten: Funktionieren die kritischen Prozesse? Sind die Daten korrekt migriert? Wissen die Menschen, was sie tun?
Die Readiness-Dimensionen
- Prozesse — sind alle kritischen Abläufe durchgetestet (End-to-End)?
- Daten — ist die finale Migration geprüft und abgenommen?
- Menschen — sind Schulungen erfolgt, sind Power-User bereit?
- Technik — Performance, Schnittstellen, Berechtigungen geprüft?
- Notfall — gibt es einen Rückfallplan, wenn etwas schiefgeht?
Der ehrliche Readiness-Check
Eine ehrliche Bewertung braucht Mut. Es ist verlockend, Lücken kleinzureden, um den Termin zu halten. Aber ein um zwei Wochen verschobener Go-Live ist immer günstiger als ein gescheiterter.
Definieren Sie vorher klare Abbruchkriterien („Wenn X nicht funktioniert, verschieben wir"). Das nimmt im entscheidenden Moment den Druck aus der Emotion und stützt die Entscheidung auf Fakten.
Hypercare nicht vergessen
Der Go-Live ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Die ersten Wochen brauchen intensive Betreuung — schnelle Hilfe, kurze Wege, sichtbare Präsenz des Projektteams.