Ein ERP-System steht selten allein. Webshop, Lager, DATEV, CRM, Maschinensteuerungen — jede Verbindung ist ein eigenes kleines Projekt. Und genau diese Schnittstellen werden in der Planung am häufigsten unterschätzt.
Warum Schnittstellen so tückisch sind
Eine Schnittstelle verbindet zwei Welten, die unterschiedlich „denken". Datenformate, Aktualisierungszeiten, Verantwortlichkeiten — überall lauern Annahmen, die nicht zusammenpassen.
Die Komplexitätstreiber
- Anzahl der Systeme — jede zusätzliche Verbindung erhöht die Komplexität überproportional.
- Echtzeit-Anforderung — sofortige Synchronisation ist viel aufwendiger als zeitversetzte Batches.
- Datenformate — moderne APIs sind leicht, proprietäre Altsysteme schwer.
- Dokumentation — undokumentierte Schnittstellen sind ein Blindflug.
Wie man die Komplexität einschätzt
Bevor das Projekt startet, sollte jede benötigte Schnittstelle bewertet werden: Welches System, welche Datenrichtung, welche Aktualität, welcher Standard? Diese Inventur deckt früh auf, wo die echten Aufwände liegen.
Für jede Schnittstelle braucht es einen Ansprechpartner auf beiden Seiten. Fehlt er auf der Seite des Umsystems, wird die Integration zur Geduldsprobe — unabhängig von der Technik.
Weniger ist mehr
Nicht jede mögliche Schnittstelle ist nötig. Manchmal ist ein bewusst einfacher, zeitversetzter Datenaustausch günstiger und stabiler als eine teure Echtzeit-Kopplung, die niemand wirklich braucht.